Mieterstrom

Der Mieterstrom, wie er bei der ArcMind Technologies GmbH angeboten wird, ist ein Modell zur direkten Vermarktung von Strom. Die Energie wird zentral mithilfe einer Stromerzeugungsanlage, die auf dem jeweiligen Mietshaus angebracht ist, generiert. Der auf diese Weise produzierte Strom wird unmittelbar an die Mieter zur Energieversorgung weitergegeben. Eine Einspeisung der Energie in das örtliche Stromnetz ist nicht erforderlich. Im „EEG 2017" wurde eine Modifikation der bisherig geltenden Regelungen eingeführt. Auf Basis dieser Änderungen des EEGs erhalten Betreiber spezieller Mietstrom-Modelle mit dem „Mieterstromzuschlag" eine spezifische Förderung. So wird die Förderung lediglich für Strom aus Solaranlagen ausgegeben. Der Anlagebau wird durch die Vergabe günstiger Förderkredite subventioniert. 

Kommunen und Verbraucherschützer klassifizieren den Mieterstrom als Instrument zur langfristigen Beschleunigung der Energiewende. Nach Einschätzung von Experten könnten bundesweit rund 370000 Objekte mit Photovoltaik- Anlagen auf dem Dach ausgestattet werden. So könnten theoretisch etwa 4 Millionen Mietparteien mit dem Strom versorgt werden. Grundsätzlich ist das Mieterstrom – Modell zu entbürokratisieren, um das Konzept nachhaltig zu einem tragenden Baustein zur Energiewende werden zu lassen.   

Da für Mieterstrom keine Netzentgelte und geringere Steuern erhoben werden, ist diese Energie in der Regel verhältnismäßig günstiger als die Energieversorgung aus dem lokalen Stromnetz. Die Höhe des Mieterstromzuschlags orientiert sich gemäß § 23 Abs. 1, § 48 Abs. 2, § 49, § 23c Nr. 1 sowie § 53 S. 1 Nr. 2 EEG an den konventionellen Fördersätzen zur Einspeisung von Solarstrom. Somit erhalten die Eigentümer der Anlagen derzeit eine durchschnittliche Vergütung in Höhe von rund 12 Cent pro Kilowattstunde. Die tatsächliche Höhe der Zahlung ist an die Größe der Solaranlage gekoppelt. Der Mieterstromzuschlag wird für ein Zeitfenster von bis zu maximal 20 Jahren an den Anlagenbetreiber ausgezahlt. 

Der Staat fördert die Besitzer der Anlagen mittelfristig bzw. für ein Intervall in Höhe von 20 Jahren. Deshalb ist der Anlagenbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet den Strom mindestens 10 % günstiger anzubieten als das Grundversorgungsangebot lokal ansässiger Energieversorger. 

Versorgt der Vermieter seine Mieter mit derartig staatlich geförderter Energie, muss der Strom die Mieteinheiten vollständig mit Energie versorgen. Allerdings sind Mieter durch ihren Mitvertrag nicht dazu verpflichtet Mieterstrom zu beziehen. Stromliefer- und Mietvertrag dürfen grundsätzlich nicht aneinander gebunden sein. Sofern der Anbieter keinen Mieterstromzuschlag empfängt, muss er die Parteien nicht vollständig über die Anlage versorgen. Bei etwaigen Verbrauchsspitzen bei denen die Versorgung aller Mieter nicht komplett durch den eigens generierten Strom abgedeckt werden kann, ist es dem Vermieter erlaubt zusätzlichen Reststrom aus dem lokalen Netz zu beziehen.   

Interessierte Personen, die eine Versorgung per Mieterstrom – Modell anstreben, sollten vor Vertragsabschluss explizit auf die Verbraucherfreundlichkeit des zugehörigen Vertrages achten. Verbraucherschützer empfehlen Verträge, die eine Kündigungsfrist von höchstens 6 Wochen umfassen. Gleichzeitig sollten faire Vertragsbedingungen durch eine verhältnismäßig kurze automatische Vertragsverlängerung gekennzeichnet sein.


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